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Wirtschaftlichkeit11 Minuten Lesezeit28. Mai 2026

THG-Quote erklärt: Passives Einkommen mit deinem E-Auto – so funktioniert es

Mit dem E-Auto passives Einkommen erzielen – das klingt zu gut um wahr zu sein. Die THG-Prämie ist real, staatlich geregelt und für jeden E-Auto-Besitzer verfügbar. Wir erklären, wie es funktioniert, wie viel du wirklich bekommst und wo der Haken ist.

THG-Quote erklärt: Passives Einkommen mit deinem E-Auto – so funktioniert es

Was ist die THG-Quote?

THG steht für Treibhausgasminderungsquote. Das ist eine gesetzliche Regelung, die Mineralölunternehmen (Tankstellen, Raffinerien) verpflichtet, ihren CO₂-Ausstoß schrittweise zu reduzieren. Schaffen sie das nicht, müssen sie "Quoten" kaufen – und die kannst du als E-Auto-Fahrer verkaufen.

Der Mechanismus funktioniert so:

  1. Du fährst ein E-Auto und lädst es zuhause oder an öffentlichen Ladesäulen
  2. Dein Strom gilt als "CO₂-neutral" (im Vergleich zum Verbrenner)
  3. Du "verkaufst" diese CO₂-Einsparung als THG-Quote an einen Dienstleister
  4. Der Dienstleister handelt die Quote mit Mineralölunternehmen
  5. Du erhältst eine Prämie – ohne irgendetwas ändern zu müssen

Das Besondere: Du musst nicht nachweisen, wie viel du gefahren bist oder wie viel Strom du verbraucht hast. Die Quote basiert auf einem Pauschalwert pro Fahrzeug und Jahr.

Wer kann die THG-Prämie beantragen?

Berechtigt sind:

  • Reine Batteriefahrzeuge (BEV): Alle vollelektrischen PKW, unabhängig von Marke oder Alter
  • Elektrische Leichtfahrzeuge (L-Kategorie): E-Mopeds, E-Roller ab bestimmter Klasse
  • Wallbox-Betreiber: Wer eine öffentlich zugängliche Ladestation betreibt, kann zusätzlich Quoten einreichen
  • Gewerbliche Flottenbetreiber: Pro Fahrzeug separat möglich

Nicht berechtigt:
- Plug-in-Hybride (PHEV) – nur der rein elektrische Anteil würde zählen, was technisch nicht trennbar ist
- Brennstoffzellenfahrzeuge (Sonderregel, separat beantragbar)
- Leasingfahrzeuge: Je nach Vertrag ist der Leasinggeber der Berechtigte – prüfe deinen Vertrag

Wann kann ich beantragen?

Die THG-Quote ist jährlich, jeweils für das Vorjahr. Du kannst für 2025 noch im Jahr 2026 beantragen. Die meisten Anbieter ermöglichen einen gleitenden Antrag das ganze Jahr über.

Wie viel bekommst du wirklich?

Die Prämie schwankt, weil sie marktbasiert ist. Die Grundformel:

Prämie = Pauschalwert (kWh) × CO₂-Äquivalenz × THG-Quotenpreis

Der Pauschalwert für ein PKW beträgt derzeit ca. 2.000 kWh pro Jahr (unabhängig von tatsächlichem Verbrauch). Der CO₂-Quotenpreis schwankt je nach Marktlage.

Realistische Zahlen 2025/2026

FahrzeugtypTypische Prämie 2024Prognose 2026
E-Auto PKW100–200 €80–150 €
E-Leichtfahrzeug (L3e)80–120 €60–100 €
Wallbox (öffentlich zugänglich)50–150 € extra40–120 €

Wichtig: Die Prämien sind seit dem Rekordjahr 2022 (teilweise über 400 €) stark gesunken. Wer heute einsteigt, sollte mit 80–150 € für ein normales E-Auto rechnen. Das ist immer noch passives Einkommen für nichts weiter als einen Antrag.

Unterschied zwischen Anbietern

Anbieter nehmen eine Provision (meist 10–25%) und geben den Rest an dich weiter. Manche bieten feste Preise ("Festpreis-Garantie"), andere zahlen je nach aktuellem Marktpreis. Feste Preise bieten Planbarkeit, flexible können bei guter Marktlage mehr einbringen.

So läuft die Antragstellung ab

Der Prozess ist erfreulich einfach:

  1. Anbieter wählen (z.B. ein THG-Dienstleister deiner Wahl)
  2. Fahrzeugdaten eingeben: Kennzeichen, Fahrzeugbrief (ZB II) hochladen
  3. Zulassungsbescheinigung verifizieren: Der Anbieter prüft, ob das Fahrzeug als BEV eingetragen ist
  4. Auszahlung wählen: Banküberweisung, Scheck oder manchmal als Sachprämie (Tankgutschein, Amazon-Guthaben)
  5. Warten: Der Anbieter reicht die Quote beim Umweltbundesamt ein, die Auszahlung erfolgt meist innerhalb 4–8 Wochen

Zeitaufwand: Ca. 10–15 Minuten pro Jahr.

Was brauchst du?

  • Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) – nur zur Verifizierung, behältst du
  • IBAN für die Überweisung
  • E-Mail-Adresse

THG-Anbieter im Vergleich

Es gibt mehrere Dutzend Anbieter. Worauf solltest du achten?

Wichtige Kriterien

  • Festpreis vs. flexibler Preis: Festpreis bietet Sicherheit, flexibel kann mehr sein
  • Auszahlungsgeschwindigkeit: Manche zahlen innerhalb 2 Wochen, andere erst nach 3 Monaten
  • Seriösität: Anbieter muss beim UBA (Umweltbundesamt) registriert sein
  • Datenschutz: Fahrzeugdaten werden hochgeladen – prüfe die Datenschutzerklärung
  • Provision: Je niedriger, desto mehr bleibt bei dir

Allgemeine Empfehlung

Vergleiche mindestens 2–3 aktuelle Angebote, da sich Preise häufig ändern. Nutze aktuelle Vergleichs-Blogs oder Reddit/Elektroauto-Foren für Top-Empfehlungen.

Muss ich die THG-Prämie versteuern?

Die steuerliche Einordnung ist wichtig:

Für Privatpersonen

Die THG-Prämie gilt als sonstiges Einkommen nach § 22 EStG. Grundsätzlich ist sie steuerpflichtig – aber:

Die Freigrenze für sonstige Einkünfte liegt bei 256 € pro Jahr. Da die typische Prämie (80–150 €) darunter liegt, fällt für die meisten Privatpersonen keine Steuer an.

Überschreitest du 256 € (z.B. durch mehrere Fahrzeuge oder eine Wallbox), musst du den Überschuss in der Steuererklärung angeben.

Für Gewerbliche

Bei gewerblicher Nutzung des E-Autos ist die THG-Prämie Betriebseinnahme und voll steuerpflichtig. Der Vorteil: Du kannst das Fahrzeug als Betriebsausgabe absetzen.

THG-Prämie + Wallbox: Das stärkste Duo

Wer zuhause eine Wallbox hat und diese als "öffentlich zugänglich" deklariert (was rechtlich möglich ist, wenn du z.B. Nachbarn laden lässt), kann zusätzlich zur Fahrzeug-Quote auch eine Wallbox-Quote einreichen.

Das bedeutet: Doppelte Einnahmen – eine für das E-Auto, eine für die Ladestation. Die Anforderungen für "öffentlich zugänglich" variieren je nach Anbieter, einige verlangen tatsächliche Nutzung durch Dritte, andere reichen eine Erklärung.

Kombiniertes Szenario

  • E-Auto Prämie: 120 €/Jahr
  • Wallbox Prämie: 80 €/Jahr
  • Gesamt: 200 €/Jahr für zwei 15-Minuten-Anträge

Berechne, ob sich eine Wallbox für dich lohnt, mit unserem E-Auto Pendler-Rechner.

Fazit: Lohnt es sich?

Ja – die THG-Prämie lohnt sich immer. Es gibt kein Risiko, keine Kosten, keinen Aufwand. 10–15 Minuten Arbeit einmal im Jahr für 80–200 € passives Einkommen ist ein klares Ja.

Was du beachten solltest:

  • Erwarte keine 400 € mehr wie 2022 – 80–150 € sind realistisch
  • Wähle einen seriösen Anbieter und vergleiche jährlich, da Preise schwanken
  • Kombiniere mit Wallbox wenn möglich
  • Prüfe deinen Leasingvertrag, ob du überhaupt berechtigt bist
  • Unter 256 € sonstige Einkünfte: Keine Steuer nötig

Die THG-Prämie ist das einfachste "passiv income" im Bereich Energie. Wer ein E-Auto hat und die Prämie nicht beantragt, lässt Geld auf dem Tisch liegen.

Zuletzt aktualisiert: 28.5.2026

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