Über das Solar-Lexikon
Die Welt der Solarenergie ist voll von Fachbegriffen, die auf den ersten Blick verwirrend wirken können: Watt Peak, MPPT, Autarkiegrad, Degradation. Wer ein Balkonkraftwerk kaufen, eine Dachanlage planen oder einfach nur seinen Stromverbrauch optimieren möchte, trifft unweigerlich auf diese Begriffe. Dieses kostenlose Lexikon erklärt alle wichtigen Fachbegriffe verständlich und praxisnah.
Die wichtigsten Einheiten: W, kW, Wp, kWp und kWh
Der häufigste Stolperstein beim Einstieg in die Solarenergie ist die Verwechslung von Leistungs- und Energieeinheiten:
- Watt (W) und Kilowatt (kW) beschreiben Leistung – also wie viel Energie pro Sekunde fließt. Ein Föhn hat 2 kW, ein Balkonkraftwerk 600 W.
- Watt Peak (Wp) und Kilowatt Peak (kWp) sind die Nennleistung von Solarmodulen unter definierten Laborbedingungen.
- Kilowattstunde (kWh) ist eine Energiemenge – das, was auf der Stromrechnung steht. 1 kWh = 1 kW Leistung × 1 Stunde.
Als Faustregel gilt in Deutschland: 1 kWp Solarleistung erzeugt etwa 900–1.100 kWh Strom pro Jahr. Ein Balkonkraftwerk mit 600 Wp erzeugt also ca. 540–660 kWh jährlich.
Eigenverbrauch vs. Autarkiegrad: Zwei wichtige Kennzahlen
Diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Dinge messen:
Die Eigenverbrauchsquote gibt an, wie viel Prozent des erzeugten Solarstroms direkt selbst verbraucht wird. Eine Quote von 30% bedeutet: 30% des Solarstroms gehen in den eigenen Haushalt, 70% werden ins Netz eingespeist. Je höher die Eigenverbrauchsquote, desto wirtschaftlicher die Anlage – denn Eigenverbrauch spart teuren Netzstrom (35 Cent/kWh), während Einspeisung kaum vergütet wird (8 Cent/kWh).
Der Autarkiegrad hingegen misst, wie viel Prozent des gesamten Strombedarfs durch eigene Solarproduktion gedeckt wird. Bei einem Haushalt mit 3.000 kWh Jahresverbrauch und 1.000 kWh Eigenverbrauch aus Solar beträgt der Autarkiegrad 33%. Ein Heimspeicher kann diesen Wert deutlich steigern.
MPPT: Warum der Wechselrichter so wichtig ist
MPPT steht für Maximum Power Point Tracking und ist eine der wichtigsten Technologien in modernen Wechselrichtern. Solarmodule haben je nach Lichtintensität und Temperatur einen optimalen Arbeitspunkt – den „Maximum Power Point". Ein MPPT-Regler sucht diesen Punkt kontinuierlich und passt die elektrische Last an, um immer die maximale Leistung zu erzielen. Ohne MPPT würde man bei wechselnden Bedingungen (Wolken, Temperaturänderungen) deutlich weniger Strom ernten.
Balkonkraftwerk: Die einfachste Form der Solarenergie
Ein Balkonkraftwerk ist für viele Menschen der erste Kontakt mit der Solarenergie. Es braucht keinen Elektriker, keine Genehmigung (nur eine Anmeldung) und keine baulichen Veränderungen. Einfach an die Schuko-Steckdose stecken, fertig. Der erzeugte Strom wird direkt im Hausnetz verbraucht und reduziert den Stromzählerstand – und damit die Rechnung.
Seit der EEG-Novelle 2024 sind Anlagen bis 800 Watt in Deutschland ohne Genehmigung betreibbar. Lediglich eine Anmeldung im Marktstammdatenregister und beim Netzbetreiber ist erforderlich – und dauert meist nur wenige Minuten online.